Dieser wunderbaren Darstellung habe ich nichts in knappen Worten hinzu zufügen. Daher poste ich den CICERO-Artikel so wie er ist. Danke!
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Ein Nobelpreis gegen das Vergessen
Der Nobelpreis an Herta Müller ist nicht bloß ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Er wirkt auch wie ein Donnerschlag für unser historisches Bewusstsein. Denn diese Ehrung hält uns Europäern einen Spiegel vor mit der Forderung: Hört endlich auf mit der Verniedlichung des sozialistischen Unrechts.
Herta Müller quält sich in all ihren Büchern mit ihren Erinnerungen an Folter und Angst, an Demütigungen und Entrechtung, an die Verbrechen, die der „real existierende“ Sozialismus immer zu verantworten hat. Und sie quält uns damit. Denn ihr Werk steht schroff wie ein einsamer Felsen in der Zeitgeist-Brandung des Vergessens und Verharmlosens. Doch mit dem Nobelpreis ist pünktlich zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls dieser Felsen gewaltig groß geworden.
Plötzlich wird uns klar, dass die historische Weichzeichnung der europäischen Linken oft ein schamloses Spiel ist, um die inhumane Brandspur der sozialistischen Geschichte zu verwischen. Hat vor diesem Nobelpreis noch irgendjemand von den Mauertoten und den Gefolterten von Bautzen geprochen, vom großen Diebstahl an einer ganzen Generation, von den Tränen vieler Nationen? Über die Folterkeller der Gulag-Gesellschaften legte sich ein Mantel des Schweigens. Bürgerrechtler und Opferverbände fühlten sich zusehends wie Nervensägen der Erinnerung. Es gab kein waches Bewusstsein mehr, dass die sozialistischen Diktaturen Abermillionen in grausame Tode geschickt haben. Stattdessen konnten wir in Osteuropa, in Russland, in China, aber auch in Ostdeutschland ein Fanal des Vergessens verfolgen. Beim Hineinstürmen in das neue Europa galt allenthalben die Erinnerung an die Tragödie der kommunistischen Diktaturen nur als lästig, als Störfaktor der Wendehalskultur. Man suchte ein Morgen ohne Gestern.
In Deutschland sollte die Linkspartei – immerhin die direkte Nachfolgerin der SED – regierungsfähig gemacht werden, Stasi-Vergangenheiten wurden ignoriert, Putin ließ in Russland sogar die physisch letzten Überreste der Gulag-Lager schleifen, Tschechien wollte von Vertreibungen nichts mehr hören, China feierte den Massenmörder Mao ungerührt als omnipräsenten Vater einer Nation, die längst in den Hyperkapitalismus aufgebrochen ist. Wir schienen offensichtlich unfähig zu trauern mit den Opfern, wir legten uns ein steinernes, kaltes Herz zu. Doch nun ist etwas anders geworden.
Der große Preis für eine kleine, schüchterne Frau verändert den Blick in die blutrote Vergangenheit des sozialistischen Zeitalters. Fortan werden diese verstörenden Texte von Herta Müller stören. Sie werfen Fragen auf nach Schuld und Sühne und nach der quälenden, aber notwendigen Befreiung durch historische Selbstkritik. Mit diesem Nobelpreis kehrt im Osten die Geschichte zurück. Und eines Tages wird eine neue Generation von Müller-Lesern die Eltern fragen, was in den Gulags wirklich passierte, wieso man Mao feiert statt ihn zu verachten und wieso denn Stasi-Schergen von einst heute wieder regieren sollen.
Für die politische Kultur in Deutschland wirkt Herta Müller damit wie der krasse Gegenentwurf zu Günter Grass, dessen Flirts mit sozialistischen Utopien den intellektuellen Mainstream lange Jahre stark beeinflusst haben. Nun steht dem selbstgewissen Zeigefinger, dem polternden Ankläger mit Nobelpreisnimbus eine zerbrechliche Frau gegenüber, der die Sozialisten die Zeigefinger gebrochen haben. Für das deutsche Jubeljahr des Mauerfalls könnte die literarische Spannungskurve im Blick zurück auf das totalitäre 20. Jahrhundert kaum würdiger angelegt worden sein.
„Der Sozialismus ist keine Utopie. Er ist eine Tragödie“, unkte einst Winston Churchill. Er hatte Recht. Und wer es nicht glauben will, der lese Herta Müller
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Wer glaubt die Spiele waren noch nie so politisch, der irrt. Natürlich.
Vertuschen und Dummhalten sind jedoch zusätzlich ganz weit oben auf dem Programm.
Eines sollte man aber zugute halten:
Selten scheint man sich bei der Gestaltung des Logos so an die reale Geschichte gehalten zu haben, wie die folgenden Bilder zeigen
Auch 2007 wurden die weitaus meisten Hinrichtungen in China gezählt – laut Amnesty mindestens 470. Offizielle Statistiken gibt es nicht. Amnesty geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Hinrichtungen 2007 gesunken ist. (siehe auch N-TV-Bericht, Bild 5) Zugleich verweist Amnesty darauf, dass die amerikanische Menschenrechtsgruppe „Dui Hua Foundation“ von 6000 Hinrichtungen ausgeht.
An zweiter Stelle folgt der Iran mit mindestens 317 Hinrichtungen. Mindestens drei Kinder wurden 2007 im Iran hingerichtet: Mohammed Mousawi (zur Tatzeit 16), Sa’id Quanbar Zahi (17 Jahre als er getötet wurde) und Makwan Moloudzadeh (zur Tatzeit 13 Jahre). Der Iran ist eines von drei Ländern, in denen 2007 Minderjährige hingerichtet wurden. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verbietet die Hinrichtung von Menschen, die zur Tatzeit unter 18 waren. Im Juli 2007 wurde ein Mann im Iran gesteinigt – Steinigungen gelten als besonders grausame Art der Hinrichtung.
Saudi-Arabien hat mindestens 143 Menschen hingerichtet, darunter Dhahian Rakan al-Sibai’l, zur Tatzeit 15 oder 16. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat kein Land der Erde mehr Menschen hingerichtet.
Mit 42 Hinrichtungen liegen die USA auf Platz fünf der Statistik. Unter den 24 Staaten, die im Jahr 2007 Menschen hingerichtet haben, sind nur sieben Staaten, aus denen Amnesty sichere Zahlen hat.
Na dann – Begeisterung und Jubel in Beijing.
Frauen mit hohen Werten weiblicher Sexualhormone wirken femininer, gesünder und attraktiver. Das haben britische Wissenschaftler in Tests mit Männern und Frauen gezeigt. Benutzt eine Frau jedoch Make-Up, so hat der Hormonspiegel keinen messbaren Einfluss mehr auf ihre Attraktivität.
Artikel bei Wissenschaft.de Law Smith (St. Andrew University) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung
Naja, das haben wir auch vorher schon gewusst, wie diese beiden Beispiele zeigen ;o)


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